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was es zwo-null-neues gibt

Aus der Cloud direkt in den Himmel

 

Wenn ich nicht eine baldige Kehrtwendung mache, wird mein magucken genau so wie google wave von der cloud nicht mehr wie der Engel Aloisius auf die Erde herniedersteigen sondern in den Himmel hinauf.


Die Tragik ist: Ich finde beide gut, den Blog, weil ich ein WordPress-und-Web2.0-Fan bin und Google Wave, weil ich sie für innovativ halte. Der Hauptgrund für das Siechtum meines magucken dürfte meine Liebe zu twitter sein. Und dass es so viele gute Blogs gibt. Und dass ich noch andere Blogs habe. Deshalb werde ich mich bald entscheiden müssen, ob ich magucken einstelle oder nicht. Wobei ich nicht weiß, was mit den Müllhalden des Netzes geschieht. Gebrauchte Twitter accounts kann man übernehmen, habe ich heute gelesen. Vielleicht will jemand einen second hand blog?

Zur Google Wave

Das muss man sich mal vorstellen: es gibt etwas ganz Neues in der Cloud, eine Welle die alles zusammenfasst und bündelt, was man sich bisher fast nur getrennt vorstellen konnte, Mail, Dokument, Wiki, Bild, Video, Map, in einer Art Echtzeit, alles kostenlos. Und viele wollen hin, allein schon weil nicht jeder darf, nur mit Einladung. Und jetzt so eine Art allgemeine Zufriedenheit über das Auslaufen zum Jahresende 2010 nach dem  Motto: Das hab’ ich doch gleich gewusst. Google Wave hatte nur ein einjähriges Wellenleben. Ich habe bestimmt 3 Monate auf dem Weg zum Twitterer gebraucht, und bei der komplexeren Welle geht der Daumen schon nach einem Jahr runter?

Wo bleibt denn im gepriesenen Social Web die Liebe zur Zusammenarbeit? Eine Gruppe hätte da sicher etwas erreichen können. Erfolglos bleibt das aber, wenn Einzelne die Wave ablehnen und sie nicht nur nicht bestücken sondern auch nicht einmal passiv nutzen wollen. Man konnte Bilder und Videos und Webseiten einbinden. In Maßen waren auch die Erweiterungen nützlich.

Negativ empfand ich zu Beginn die Langsamkeit der Wave, kann auch an meiner langsamen Internetverbindung gelegen haben. So ganz selbsterklärend war nicht alles, man musste sich damit beschäftigen und die laufenden Veränderungen verfolgen. Ich will die Wave nicht mit Twitter vergleichen. Aber die Time-Line bei Twitter ist doch relativ kurz. In der Wave blieb ein Projekt wohl erhalten mit allem drum und dran.

Die Wave ist gescheitert. Wirklich? Ist nicht vielmehr die Zusammenarbeit gescheitert? Die ist nämlich gar nicht so leicht. Ich habe den Eindruck, dass das social web überwiegend das Teilen von Informationen zum Inhalt hat, eine sehr gute Sache, aber es geht noch mehr. Eine richtige Zusammenarbeit so mit Ärmel hochkrempeln und allem drum und dran gibt es wohl eher in speziellen beruflichen und schulischen Situationen, aber auch dafür war die Wave konzipiert.

Als Kritik war zu hören, die Wave habe nicht mal die E-mail abgelöst. Warum sollte sie das tun? Und es gäbe ja google docs. Wieweit das jetzt bereits die Vielfalt der Wave bringt, kann ich nicht beurteilen. Und verlangt google docs nicht eine ebensolche Gruppenarbeit, die bei Ablehnung schlecht funktionieren wird?

Auch die technische Seite klang positiv, Freigabe als Open Source u.ä. Mir hat Google Wave sehr gut gefallen. Ein schöner Gedanke – miteinander in den Wolken kommunizieren und arbeiten. Vielleicht bringt mich dieser Beitrag wieder zurück zu meinem magucken, mit dem ich das web 2.0 beobachten wollte. Dann muss ich es doch nicht entsorgen. Und es darf hin- und wieder zur Erde und zu potentiellen Lesern heruntersteigen. Wo es doch dieser Tage den Tweetbutton bekommen hat.

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8 Kommentare zu “Aus der Cloud direkt in den Himmel

  1. Anntheres
    August 14, 2010

    Schöner Artikel! Nunja, die Wave hätte wirklich bleiben können, auch wenn wir sie nur eine Zeitlang genutzt haben. Aber vielleicht war die Zeit nach dem Test wirklich zu kurz, um die Leute für die Anwendung tatsächlich zu interessieren. Zuvor waren ja nur die Freaks dort zu finden – und SLO…;-))
    Da hätte Google mehr Durchhaltevermögen zeigen sollen.
    Google Mail hat sich ja auch nicht von heute auf morgen durchgesetzt. Ich denke, man hat zu viel an Angeboten eingestreut und zu viel auf einmal gewollt. Das können die User so schnell nicht umsetzen.
    Aber wer weiss, vielleicht gibt es ja bald etwas, das mehr Reiz hat…

    Anntheres

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  2. Anntheres
    August 14, 2010

    Ach Übrigens… nein den Blog einstampfen darfst Du wirklich nicht… Das wäre zu schade..
    Es findet sich ja immer wieder etwas, dass zu besprechen lohnt, wie Du siehst…

    Anntheres

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  3. guck
    August 14, 2010

    Danke, nett von Dir, liebe Anntheres. Aber wahr ist auch, dass ich monatelang nix gebloggt habe. Das ist schon fast Blog-Mord. Vielleicht versuche ich es noch einmal 🙂

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  4. Alois Brinkmann
    August 14, 2010

    Ich nehme an mit Google Wave haben sich nur wenig Leute beschäftigt.
    Von S L O hatten wir ja Gelegenheit damit zu üben.
    Schauen wir uns doch heute mal Blogs an, die meisten bleiben ohne Kommentare.
    Mich würde mal intressieren ob in den Schulen überhaupt Google Wave vermittelt wurde ….
    schöne Grüße aus dem Emsland
    Alois

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  5. guck
    August 15, 2010

    Danke für Deinen comment. Meinem Blog und mir tun Meinungsäußerungen gut. Mit der Schule wirst Du recht haben. Du hast ja Schüler. Ich glaube, ich kriege durch die Medien nur zwei Seiten mit, einmal die ganz positive Ausstattung von Schulen und einmal die katastrophale 😦 Und dazu zähle ich auch die Fähigkeiten der Lehrer.

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  6. Sita
    August 15, 2010

    Auch ich weine der Wave nach aus den gleichen Gründen wie oben geschildert.

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  7. wolf-dieter
    August 15, 2010

    Ich stimme deiner Einschätzung zu google wave völlig zu, ich bleibe auch ein Fan der Welle. Ich habe auch mehrere Blogs und die Frage stellt sich: Wenn bestücke ich wann mit was und wie regelmäßig usw.

    Ich habe mich dazu entschlossen, ein Blog rein nach Lust und Laune zu führen. Es kommt vor, dass es über eine längere Zeit eben gar keine Einträge gibt. Die Freiheit, dann zu schreiben, wenn ich es möchte und auch nur das, was mir gerade wichtig ist, macht die Sache für andere ggf. nicht so interessant. Mir ist es gerade deswegen wichtig, weil ich so verschiedene Verhaltensweisen im Netz ausprobieren kann.

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  8. guck
    August 15, 2010

    Liebe Sita, ich weiß, dass Du auch weinst. Ich habe sozusagen auf Deine Tränen gewartet.

    Lieber Wolf-Dieter,
    das mit den blogs klingt vernünftig. Mir war es nur arg, weil ich diesen bei Twitter angegeben habe. Und ich weiß, was ich selbst zu einem nicht aktuellen Stand sagen würde. Aber wenn Du auch nicht so hektisch bloggst, dann werde ich doch noch eine Weile weiter „magucken“…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 14, 2010 von in e-learning, medienkompetenz, www und getaggt mit , .

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